Ein Mal quer durch New Mexico

Unsere Reise führt uns quer durch New Mexico, vorbei an vielen National Parks, National Monuments und Historic Places.

Unser erster Halt ist der Carlsbad Caverns National Park, der aus 83 einzelnen Höhlen besteht. Berühmt ist die Carlsbad Cavern vor allem wegen ihrer Giant Hall, dem weltweit größten unterirdischen Raum. Wir benötigen allein für die Besichtigung dieses einzelnen Raumes eineinhalb Stunden. Abends, pünktlich zum Sonnenuntergang fliegen dann 10 Tausende von Fledermäusen aus der Höhle auf der Suche nach Nahrung, leider darf dieses Schauspiel nicht fotografiert werden.

Gleich im Anschluss geht es zu der größten Gipswüste der Welt. Wie Gips fühlt sich das unter unseren Füßen überhaupt nicht an, eher wie weicher Sand, aber es handelt sich tatsächlich um Mineralien aus den umliegenden Bergen… über ein paar Millionen Jahre und unter Zufuhr von Wasser und Wind…

Wir haben so viel Spaß auf den Dünen, dass wir den Park erst nach einem herrlichen Sonnenuntergang verlassen.

Es geht weiter nach Albuquerque. Auf dem Weg liegt Valley of Fires, ein großes Lavafeld, das vor ca. 5 000 Jahren entstand. Heute ist der fruchtbare Boden Basis für viele Pflanzen und Tiere… und für uns ein willkommener Spaziergang.

Albuquerque ist mit 500 000 Einwohnern die größte Stadt New Mexicos. Der neue Stadtteil interessiert uns nicht, wir erkunden The Old Town mit den vielen kleinen Geschäften, Restaurants und Live Musik auf der Plaza. Die Architektur ist geprägt von den Adobebauten der Pueblo-Indianer.

Etwas westlich der Stadt liegt das Petroglyph National Monument. Die dunklen Felsen sind über und über mit 300 – 400 Jahre alten Piktogrammen der Pueblo-Indianer gesät. Es macht richtig Spaß über die großen Felsen zu klettern und die unterschiedlichen Petroglyphs zu suchen und zu rätseln, was sie bedeuten.

Nachmittags unternehmen wir noch einen Abstecher in das Nuklear- und Science Museum und erfahren viel Neues über die Entwicklung, Bau und Einsatz der ersten Atombombe. Ein etwas „schweres“ Thema für einen Urlaub, aber wie heißt es so schön: Reisen bildet.

Nach 2 ruhigeren Tagen in Albuquerque und Übernachtung in einem netten Motel an der Route 66 geht es weiter gen Norden.

Wir haben genügend Zeit auf dem Weg nach Santa Fe und wandern durch das Kasha Katuwe Tent Rocks National Monument, ein abwechslungsreicher Park mit einem herrlichen Canyon zum Klettern und riesigen Felsformationen in Zeltform. Wir wandern hinauf auf das Plateau und genießen die Aussicht von oben… allerdings nicht für sehr lange, denn es ziehen dunkelschwarze Gewitterwolken auf uns zu…

Am Spätnachmittag bummeln wir noch durch Santa Fe, leider haben schon alle Museen und Kirchen geschlossen und so bleibt uns nur das Bummeln durch die schönen Gassen mit den vielen Adobebauten. Auf der zentralen Plaza ist abends Live Musik und so endet auch dieser Tag wieder sehr entspannt mit einem leckeren Taco to go.

Heute steht Wandern auf dem Programm, zunächst im Bandelier National Monument. Es handelt sich hierbei um Klippenwohnungen der Vorfahren der heutigen Pueblo-Indianer. Wir können immer wieder über die typischen Pueblo-Leitern in die Höhlen hineinklettern – ein Spaß für Groß und Klein. Zum Alcove House ist dann etwas mehr Mut gefordert, denn es geht über 3 lange Leitern hoch hinauf. Zunächst kostet es uns Überwindung, aber wie so oft, der Blick von oben entschädigt alles und wir Mädels sind stolz, dass wir diesen Teil der Tour auch gemeistert haben.

Unsere 2. Wanderung führt uns zu den Tsankawi Ruins. Nun, von Ruinen ist nicht mehr viel zu sehen, aber es ist ein herrlicher Rundweg auf einem Felsrücken in der Abendsonne. Es gibt wieder ein paar Leitern und vor allem die in den Fels gehauenen Pfade und Steintreppen der Indianer sind eine willkommene Abwechslung. Die Kinder kommen an den engsten Stellen ohne Probleme durch, ich tu mir da schon etwas schwerer, aber das liegt sicher an meinem großen Rucksack.

Nachdem wir nun die ganzen Cliff Dwellings der Vorfahren der Pueblo-Indiander gesehen haben, wollen wir endlich wissen, wie die heutigen Pueblos leben. Einer der best erhaltenen Pueblos ist Taos-Pueblo. Er ist seit über 1 000 Jahren ununterbrochen bewohnt. Die Häuser haben weder Strom noch fließend Wasser. Wir schließen uns zunächst einer Führung an und bummeln anschließend noch durch die Häuser, wo die Pueblo-Indianer ihre Töpferwaren, Trommeln und Schmuck anbieten.

An der Grenze von New Mexico zu Colorado überqueren wir den Rio Grande. Er schlängelt sich in einer 300 Meter tiefen Schlucht unter der Rio Grande Gorge Bridge entlang und erinnert uns ein wenig an den Grand Canyon. Es ist faszinierend, was die Natur für große Naturwunder hervorbringt.

Das nächste Naturwunder ist aus Sand: Great Sand Dunes Nationalpark entstand vor etwa 12 000 Jahren aus Sandablagerungen des Rio Grande. Die höchste Düne ist 230 Meter hoch, wir schaffen es leider nur bis zu einer Düne auf 213 Meter. Die Sonne brennt vom Horizont, der Sand wird bis zu 65°C heiß, aber der Aufstieg lohnt sich. Beim bergab Hüpfen sind alle Strapazen vergessen und der Medano Creek am Fuße der Sanddünen entschädigt alles.

Bereits gestern haben wir die Grenze zu Colorado passiert und nähern uns den Rocky Mountains. Es geht über einen Pass auf 9 502 ft (2 900 m). Die Temperaturen sind noch erstaunlich mild, aber unsere täglichen Gewitter begleiten uns immer noch. In New Mexico war Monsoon Zeit (Juli bis September) und nun sind wir eben im Gebirge unterwegs.

Im Florissant Fossil Beds National Monument befindet sich eine der größten und vielfältigsten Ansammlungen von Fossilien auf der Welt. Massiv versteinerte Mammutbäume und rund 1 700 verschiedene Tier- und Pflanzenarten wurden vor rund 35 Millionen Jahren von einem Vulkanausbruch begraben und als Fossilien konserviert.

Im Visitorcenter können wir selbst einige der winzigen Insekten unter dem Mikroskop bestaunen.

Unser nächster Halt bringt uns in die Zeit des Gold Rush von 1890. Cripple Creek ist im Gegensatz zu vielen anderen Goldgräberorten gut erhalten und voller Leben, dank der vielen Casinos. Wir sind natürlich nicht wegen der Geldspiele hier, sondern wollen den Gold Belt befahren, eine Rundtour durch die Geschichte der Goldminen von damals und heute.

Auch heute wird hier noch Gold gefördert. Es überrascht wie riesig die Steinbrüche sind, die entstehen, um doch relativ geringe Mengen Gold zu gewinnen… nun ja, 2010 waren es noch 235 000 Unzen Gold im Gesamtwert von ca. 90 Mio USD. Auch wir lassen uns von dem Gold Rush mitreißen… ein paar Goldflitter entdecken wir auf den Steinen und haben somit ein nettes Andenken an diesen Tag.

In der Goldmine Mollie Kathleen fahren wir dann wie richtige Minenarbeiter 1 000 ft (305 m) unter die Erde und erleben die Geschichte des Goldgrabens.

Wir nähern uns Denver und wie könnte ein Urlaub schöner enden, als in einem Park,  der Garden of Gods (Garten der Götter) heißt. Wir spazieren zwischen den roten Sandsteinformationen aus 65 Millionen Jahre alten Sedimenten und suchen die Felsen, die Namen wir Küssende Kamele und Turm zu Babel haben.

Mehr Bilder gibt es bei flickr

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