Oktoberfest in good old America

Oktoberfest in Amerika? Ja, das gibt es und die Amis sind stolz darauf. Aber warum eigentlich?

Im 18. Jahrhundert wanderten Tausende von Deutschen nach Amerika aus, ein Großteil davon nach Pennsylvania aber auch nach Ohio. Um 1860 war 1/3 der Bevölkerung in Columbus deutscher Abstammung. Heute spricht natürlich niemand mehr deutsch, denn vor allem im ersten Weltkrieg war es verboten deutsch zu reden. Aber wie oft haben wir schon die Sätze gehört: My family is from Germany. I am half German. My husband`s grandparents are from Germany. Irgendwie scheinen die Amis ganz schön stolz auf ihre deutsche Abstammung zu sein. Aber auch die vielen deutschen Nachnamen verraten dies noch: Holzschuh, Krueger, Heuerman, Steigerwald …. Unser Lieblingsname ist allerdings der Name einer Klassenkameradin unserer Tochter, Gretchen Mueller. Das arme Kind.

Wenn auch niemand mehr deutsch spricht, so stößt man immer wieder auf deutsche Worte oder Redensarten, die wir als Deutsche so nie verwenden würden, denn in unseren Ohren klingt das grottenfalsch.

She has angst… damit ist tatsächlich einfach Angst gemeint. He is a doppelganger… das ist ein Doppelgänger, allerdings im negativen Sinne, ein Bösewicht… oder einfach dummkopf, fahrvergnugen, kitsch, poltergeist, rathskeller oder wie gerade heute gehört die schweins-flu.

The machine went kaput…. als ich das neulich hörte, wusste ich nicht, ob das nun deutsch sein soll oder ein neues englisches Wort, das ich noch nicht kannte. Ich schaute wohl so irritiert an der Kasse, dass mir meine Tochter von hinten eins ins Kreuz boxte mit dem deutlichen Blick, sie erkläre mir das nachher. Also, das Kartenlesegerät war tatsächlich kaputt, allerdings verwendet man kaput nur bei komplizierten technischen Problemen. Ein Glas, das zu Boden fällt ist einfach nur broken.

Kein Wunder also, dass die deutschstämmigen Amis gerne deutsche Feste feiern. Vor einer Woche waren wir deshalb bei dem Germania Gesang und Sportverein Est. 1866. Gefeiert wird im Vereinsheim mit deftiger Hausmannskost, selbstgebackenen deutschen Kuchen und gutem deutschen Bier. Eine der wenigen, die keine Lederhosen und Dirndl tragen sind wir. Außerdem spielt eine Blaskapelle und die Tanzgruppe und Schuhplattler treten auf. Das mag nun für deutsche Leser absurd klingen, aber es war wirklich schön, es hat etwas von Heimatgefühl und Geselligkeit. Unsere Kinder sind ganz begeistert vom amerikanischen Oktoberfest. Der Höhepunkt ist jedoch das Fliegerlied, das immer wieder zum Besten gegeben wird, um die Stimmung anzutreiben.

Eine Nummer größer ist das Columbus Oktoberfest mit 2 großen Bierzelten, deutsch-amerikanischem Essen, eine amerikanische Maß Bier mit 32 oz (0,946 Liter) zu Münchner Preisen, für die Kinder Hüpfburgen und allerlei Verkaufsstände und Unterhaltung. Es war auch sehr nett und unterhaltsam, aber bei der Germania ist es einfach authentischer und familiärer.

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