Koblenz – wo Mosel und Rhein zusammenfließen

Koblenz feierte im Jahr 1992 das 2000-jährige Bestehen und gehört damit zu den ältesten Städten Deutschlands. Wie die Marksburg gehören Teile von Koblenz zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Grund genug sich diese schöne Stadt anzuschauen.

Der ursprüngliche lateinische Name confluentes (deutsch: zusammenfließen) leitet sich von der Lage der Stadt ab. Am Deutschen Eck mündet nämlich die Mosel in den Rhein und so hat die Altstadt von Koblenz – umgeben von 2 Flüssen – einen ganz besonderen Charme.

Wir starten unseren Rundgang an der Touristen Information, bewaffnet mit einem Stadtplan mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Der Platz Am Plan wurde früher als Markt-, Turnier-, und Veranstaltungsplatz genutzt. Seinen Namen erhielt er, weil er als erster Platz in Koblenz plan, also eben gepflastert war.

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Hier befinden sich auch die alte Feuerwache und ein Brunnen, der die Koblenzer bereits ab 1806 mit Trinkwasser versorgte.

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Die Vier Türme sind ein Ensemble von vier historischen Gebäuden mit herrlichen Erkern.

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Auf unserem Spaziergang haben wir nicht das Gefühl große Steigungen meistern zu müssen, dennoch wurde die Liebfrauenkirche auf dem höchsten Punkt in Koblenz erbaut und prägt mit ihren Zwiebeltürmen das Koblenzer Stadtbild.

Der Jesuitenplatz, benannt nach der gleichnamigen Ordensgemeinschaft, die an dieser Stelle von 1580 bis 1773 wirkte, ist von schön hergerichteten Bürgerhäusern umrahmt.  Vor allem das schlossartige Jesuitengymnasium mit seinen Türmen und prächtigen Portalen ist einen Blick wert.

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Nicht weit von hier steht ein Wahrzeichen der Stadt Koblenz, der Schängelbrunnen, ein Denkmal für die rheinische Lebensart.

Der Begriff Schängel findet seinen Ursprung in der 20-jährigen Zugehörigkeit der Stadt Koblenz zu Frankreich (1794 – 1813). Die deutsch-französischen Kinder in dieser Zeit trugen häufig den Namen Jean, der in der Koblenzer Mundart zu Schang wurde. Über die Zeit entwickelte sich hieraus schließlich Schängel, eine Verniedlichung des Schang.

Heute verstehen sich alle gebürtigen Koblenzer als Schängel und lieben den kleinen Kerl, der für Witz, Schlagfertigkeit und rheinische Lebensart steht.

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Ein weiterer belebter Platz in der Innenstadt ist der Münzplatz. Im Metternicher Hof wurde 1773 Fürst Metternich geboren, der später als Außenminister und Staatskanzler dem österreichischen Kaiserreich diente und 1814/15 den Wiener Kongress leitete.

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Die Alte Burg ist eine ehemalige kurfürstliche Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert, die ursprünglich von einem breiten Wassergraben und einer Ringmauer umgeben war. Heute dient sie leider nur als Stadtarchiv.

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Wir schlendern am Moselufer entlang, vorbei an netten Gassen und Innenhöfen.

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Von der Mosel geht es nun an das Rheinufer, wo das imposante Kurfürstliche Schloss liegt. Es gehört zu den bedeutendsten Schlossbauten des französischen Frühklassizismus in Südwestdeutschland und ist eines der letzten Residenzschlösser, das unmittelbar vor der französischen Revolution in Deutschland gebaut wurde.

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Ebenfalls am Rheinufer liegt das Preußische Regierungspräsidium. Das 1902 bis 1906 erbaute Gebäude war Sitz der ehemaligen preußischen Regierung für den Regierungsbezirk Koblenz.

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Unser Rundgang endet mit dem weltbekannten und sicher wichtigsten Wahrzeichen der Stadt Koblenz, dem Deutschen Eck. Hier treffen Frau Mosel und Herr Rhein aufeinander. Und hierzu gibt es noch etwas geschichtlichen Hintergrund:

Kurz nach dem Tode Kaiser Wilhelm I., entstand die Idee, dem Kaiser, der nach drei Kriegen die vollendete Einigung Deutschlands herbeigeführt hatte, ein Denkmal zu setzen. Drei Jahre später, 1891, wählte Kaiser Wilhelm II., der Enkel des Verstorbenen, das Deutsche Eck in Koblenz als geeigneten Ort. Um Platz für das Denkmal zu schaffen wurde ein Nothafen zugeschüttet, der sich zu dieser Zeit an der Moselmündung befand. Das Deutsche Eck in seiner heutigen Form entstand.

1897 wurde das Denkmal Kaiser Wilhelm I. feierlich eingeweiht. Im März 1945 durch Artilleriebeschuss zerstört, widmete Theodor Heuß den reiterlosen Sockel 1953 zum Mahnmal der deutschen Einheit um. Bis 1993 thronte hier ein Flaggenstock mit der deutschen Bundesflagge. Im Herbst 1993 wurde schließlich eine Rekonstruktion des Denkmals auf den Sockel gehoben.

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Wir genießen noch die herrliche Abendstimmung an diesem besonderen Ort, ehe wir uns mit der Seilbahn zur Festung Ehrenbreitstein aufmachen, um das RheinLeuchten zu erleben.

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4 Gedanken zu “Koblenz – wo Mosel und Rhein zusammenfließen

    • Das freut mich 🙂
      Einerseits ist es schön, sich einfach mal durch eine Stadt „treiben“ zu lassen, andererseits habe ich immer das Gefühl, die Stadt nicht richtig entdeckt zu haben. Deshalb gilt für mich meistens… erst zur Touristeninfo und sich mit den wichtigsten Informationen eindecken und dann gemütlich durch die Stadt schlendern… Vorbei an all den schönen Sehenswürdigkeiten.

      Viel Spaß bei deinem nächsten Koblenz Besuch
      Sabine

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    • Wie wahr, liebe Jeannette
      Und natürlich halte ich immer die Augen offen für unser nächstes Studi-Ziel. Heute war ich in Mainz unterwegs, gestern auf dem Rhein… Ich gebe mir alle Mühe 😉

      Liebe Grüße an den Ammersee
      Sabine

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