Oppenheimer Kellerlabyrinth

Im Rahmen unseres Osterbesuches in Rheinhessen entdecken wir das kleine  Örtchen Oppenheim. Ich finde es immer wieder spannend, welch Kleinode man in der näheren Umgebung entdeckt, wenn man nur mit offenen Augen durch die Welt geht.

Oppenheim hat vor allem 4 Attraktionen: die historische Altstadt mit seinen verwinkelten Gassen, die imposante Katharinenkirche, die Burgruine Landskron und unser persönliches Highlight das Kellerlabyrinth.

Zunächst schlendern wir bei leider nicht allzu gutem Wetter durch die Gassen der Altstadt.

Die Katharinenkirche ist das bedeutendste gotische Sakralbauwerk zwischen Kölner Dom und Straßburger Münster, so sagt man.

Das Taufbecken

Die Katharinenkirche ist vor allem auch bekannt für ihre bunten Fenster mit Glasscheiben aus dem 14. Jahrhundert.

Im Beinhaus unterhalb der Katharinenkirche, auch Karner oder Ossuarium genannt, stapeln sich bis unter die Decke die Knochen von rund 20.000 Oppenheimer Bürgern. Zwischen 1400 und 1750 wurden die unverwesten Gebeine von Verstorbenen nach einer gewissen Liegezeit vom Friedhof in den rund 70 Quadratmeter großen Karner umgebettet. Als Folge der Hungersnöte, Kriege und Seuchen mangelte es nämlich vom 14. Jahrhundert an an Grabplätzen.

Den goldenen Totenkopf brachten Studierende hierher, um bei einer Filmproduktion mystische Stimmung hervorzurufen.

Für uns geht es weiter hinauf zur Burgruine Landskron. Es stehen nur noch die Mauern dieser Ruine, aber diese bilden eine herrliche Kulisse über den Weinbergen mit Blick ins Rheintal.

Heute ist die Burgruine eine Freilichtkulisse für Theaterfestspiele und Sommerkonzerte… bei schönem Wetter herrscht hier sicherlich tolle Stimmung.

Am Nachmittag steigen wir hinab in Oppenheims Unterwelt mit einem einzigartigen Labyrinth aus Gängen und Kellerräumen vergangener Zeiten. Natürlich nicht ohne die nötige Schutzausrüstung, Spaß für Groß und Klein.

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Die Entstehung ist nicht genau bekannt, jedoch weiß man, dass unter dem heutigen Ort Oppenheim das mittelalterliche Oppenheim mit einem völlig anderen Grundriss und Straßenverlauf ruht. 1689 wurde Alt-Oppenheim komplett zerstört und verschüttet.

Und so ist es nicht verwunderlich, wenn ein heutiger Hausbesitzer seinen Weinkeller unter dem Haus des Nachbarn findet. Ein anderer Nachbar hat den Zugang unterirdisch verschlossen, um sich vor einem weiteren Nachbarn zu schützen. Teilweise geht es 2 Stockwerde unter die Erde, verwinkelt, mystisch und geheimnisvoll.

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420 Meter Kellergänge sind heute touristisch erschlossen und historisch erhalten. 6.000 Quadratmeter warten noch darauf, enträtselt zu werden.

Ihr seht, wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht, findet man an jeder Ecke irgendetwas Besonderes, Mystisches, Kulturgeschichtliches… einfach ein Highlight für einen schönen Tagesausflug.

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