Mutter-Tochter-Auszeit im Bayerischen Wald

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Aus 4 mach 2… So schnell geht es, wenn der Partner keinen Urlaub bekommt und die große Tochter ein abenteuerlustiges Zeltlager am Bodensee vorzieht.

Warum also nicht? Ich starte mit meiner 12-Jährigen zum ersten Mutter-Tochter-Urlaub in den Bayerischen Wald. Das Ziel hat sich Amelie ganz spontan ausgesucht, als sie in einer Zeitschrift interessante Aufnahmen aus dieser Gegend gesehen hat. Unsere Unterkunft war ebenfalls schnell gefunden, denn allein schon der Name der Unterkunft passt hervorragend zu unserem ersten Mutter-Tochter-Projekt.

Das Landhaus Meine Auszeit in Bodenmais ist unser Ausgangspunkt. Besser hätten wir es nicht treffen können, denn wir haben ein gemütliches Zimmer mit herrlichem Ausblick, leckeres Frühstück und 2 Gastgeber, die wirklich bemüht sind, ihren Gästen den Urlaub so angenehm wie möglich zu gestalten.

Was unternehmen im Bayerischen Wald? Da viele Sehenswürdigkeiten kein tagefüllendes Programm sind, ist es wichtig die Region etwas zu gliedern und sich zu überlegen, was man in welcher Ecke unternehmen möchte.

Tag 1: Bodenmais

Nach unserer Anreise in Bodenmais wandern wir zur Silberbergbahn. Mit einem in die Jahre gekommenen Sessellift geht es zur Mittelstation, von wo aus die Tour durch das Silberbergwerk startet. Leider dürfen keine Fotos gemacht werden, aber der Barbarastollen ist absolut sehenswert und für Groß und Klein gleichermaßen interessant. Zum Abschluss geht es von der Mittelstation mit der Sommerrodelbahn wieder hinunter ins Tal. Ein gelungener Auftakt für unseren ersten Tag.

Tag 2: Viechtach und St. Englmar

Das Wetter lässt uns im Stich, aber im Laufe der Woche lernen wir, dass man im Bayerischen Wald diesbezüglich sehr flexibel sein muss. Zunächst steuern wir die Gläserne Scheune an und lassen uns richtig Zeit bei den tollen Glas-Kunstwerken und Geschichten über den Mühlhiasl, Räuber Heigl und die Rauhnacht.

Zum Glück gibt es in Viechtach noch das gemütliche Café Venus, wo wir den nächsten Regenschauer abwarten. Aber irgendwann brennt es unter den Sohlen und wir fahren doch noch nach St. Englmar zum Waldwipfelpfad. Ein kurzer Spaziergang im Regen auf dem Steg, aber inzwischen sitzt der Nebel so fest im Wald, dass wir gar nichts mehr sehen. Der angegliederte Park mit optischen Täuschungen ist trotz Regen sehr abwechslungsreich und auch das verkehrte Haus (hier steht alles auf dem Kopf) lässt uns das Wetter vergessen.

 

Tag 3: Zwiesel und Nationalpark Bayerischer Wald

Heute wollen wir Zwiesel, bekannt für seine Glaskunst anschauen. Recht schnell stellen wir fest, dass Zwiesel (für uns) nicht sehr viel zu bieten hat, dennoch besichtigen wir die Kirche und das Museum. Das neue Waldmuseum ist sehr interessant und ansprechend aufgebaut und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

2007 wurde das Wahrzeichen der Stadt eingeweiht, die höchste Kristallglas Pyramide der Welt mit 93.665 Kristallgläsern.

Weiter geht es in den Naturpark zum Haus der Wildnis mit einem angegliederten Tierpark. Hier sind vor allem alte Tierrassen wie der Auerochse und Wildpferde zu sehen und mit etwas Glück auch Wölfe.

Gegen Nachmittag wünscht sich Amelie noch die Ameisenstrasse in Bodenmais zu er“leben“… Eigentlich ein Waldweg für Kleinere, aber als Abendspaziergang durchaus für Jedermann geeignet.

Tag 4: Kleiner Arbersee und Bayerisch Eisenstein

Das Wetter… Nein, wir wollen es gar nicht wissen. Gleich am Morgen brechen wir auf zu unserer Wanderung um den kleinen Arbersee. Wir meiden die touristische Bimmelbahn und wandern ab Mooshütte ganz alleine zum See. Der See ist bekannt für seine vielen Grasinseln und die malerische Lage. Wir genießen außerdem die vielen Heidelbeerbüsche und schlagen uns die Bäuche voll – einfach lecker.

Anschließend geht es nach Bayerisch Eisenstein, ein wenig geschichtlichen Background für die Tochter. Direkt an der Grenze sind ein interessantes Lokomotivmuseum und die NaturparkWelten, ein Informationszentrum für Natur- und Nationalparke im Grenzgebiet. Nett, aber kein Highlight. Wir gehen zu Fuß über die Grenze nach Tschechien, was wir uns allerdings etwas spektakulärer vorgestellt haben. Leider hat Bayerisch Eisenstein den Anschluss an den Tourismus verpasst und wenn man nicht gerade in einem der Museen ist, hat man das Gefühl, die Zeit sei stehen geblieben. Ob sich der Umweg an die Grenze lohnt, bleibt jedem selbst überlassen.

Tag 5: Südlicher Teil des Nationalparks

Der Tag beginnt mit einer Kutschfahrt und einem Schnapserl… Süßigkeiten für die Kinder. Anschließend unser persönliches Highlight, das WaldwipfelEi in Neuschönau. Es ist zwar sehr touristisch, aber wir finden es dennoch sehr schön und einmalig. Die weiteren Attraktionen lassen wir dann allerdings links liegen und flüchten vor den Touristenmassen.

Im Freilichtmuseum Finsterau ist es wieder ruhiger und wir nutzen den Nachmittag, um uns die alten Bauernhäuser und das Leben der Bauern im Bayerischen Wald anzuschauen. Die Häuser sind mit viel Liebe zum Detail hergerichtet und wir fühlen uns immer wieder in eine andere Zeit versetzt.

Tag 6: Großer Rachel (1452 Meter)

Da fehlt doch noch was? Genau… Einfach mal wandern im Nationalpark. Und das tun wir heute. Zunächst geht es mit dem Igelbus von Spiegelau hinein in den Nationalpark, denn Autofahren ist dort zur Hochsaison nicht erlaubt. Auf dem Auerhahnweg geht es dann 500 Höhenmeter hinauf auf den Großen Rachel. Zum Glück erwartet uns nach diesem Anstieg eine Hütte, die uns mit der nötigen Flüssigkeit versorgt.

Nur wenige Höhenmeter weiter erreichen wir den Gipfel mit herrlicher Aussicht in den Bayerischen Wald.

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Von nun an geht es (fast) nur noch bergab, zunächst durch Schachten, vorbei an der Rachelkapelle hinunter zum Rachelsee.

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Der Blick aus der kleinen Kapelle auf den Rachelsee erinnert uns an die Chapel of Transfiguration im Grand Teton National Park.  Wir genießen den Ausblick und dann geht es weiter…

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Der Rachelsee

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Nach 5 gemütlichen Stunden erreichen wir unseren Ausgangspunkt Gfäll und fahren mit dem Igelbus zurück nach Spiegelau.

Tag 7: Xperium und Heimreise

Mal wieder Regen, aber heute sehen wir das sportlich, denn es erleichtert uns den Abschied aus dem Bayerischen Wald. Amelie wünscht sich allerdings noch einen Besuch im Xperium, das glücklicherweise auf dem Heimweg liegt. Ich zögere zunächst, denn wir haben schon etliche Museen dieser Art besucht und sie ähneln sich einfach. Aber hier: Fehlanzeige.

Hier werden völlig neue Experimente und Naturphänomene gezeigt und erläutert und ich bin ganz begeistert von dem kleinen, aber feinen naturwissenschaftlichen Museum. Wie gut, dass sich Klein gegen Groß durchgesetzt hat.

Hier steht Amelie in einer riesigen Seifenblase und lässt sie langsam platzen.

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Geschicklichkeitsparcour

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Spaß im Eiskanal und im Kaleidoskop

Der Satz des Pythagoras… mit allen Sinnen ausprobieren und verstehen

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Am interessantesten finden wir allerdings diese Riesenspirale, an der uns ein Mitarbeiter zeigt wie Schwingungen und Impulse funktionieren

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Nach diesem Besuch in der „Welt der Wahrnehmungen“ machen wir uns auf den Heimweg. Es waren 6 wunderschöne Tage, das Projekt „Mutter-Tochter-Urlaub“ ist gelungen und unseren Gastgebern Kim und Joost ein herzliches Dankeschön für ihre Gastfreundschaft.

Weitere Eindrücke aus dem Bayerischen Wald gibt es bei flickr…

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