Auf der Suche nach Märzenbechern

Jedes Jahr Mitte Februar blühen für wenige Wochen die Märzenbecher. Der Märzenbecher (Leucojum vernum) wird auch Frühlingsknotenblume genannt und stammt aus der Familie der Amaryllis-Gewächse. Sie sehen ein wenig aus wie Schneeglöckchen, sind aber größer und tragen grüne Punkte. Ein weiteres Erkennungsmerkmal sind die hellgrünen Spitzen der weißen Blütenblätter.

Die Märzenbecher lieben feuchte, nährstoffreiche Ton- und Lehmböden und bevorzugen Laubwälder, die lichten Schatten bieten, so wie sie rund um die Schwäbische Alb vorkommen. Wir wollen uns also an einem sonnigen Sonntag auf die Suche nach diesen schönen Blumen machen und stellen beim Googeln fest, dass es regelrechte Geheimtipps von Märzenbechergebieten gibt. Na ja, so geheim sind sie wohl nicht, denn angeblich werden dort die Touristen busweise angekarrt. Nein, so ein Fleckchen suchen wir nicht.

Wir werden im schönen Brieltal am Rande der Schwäbischen Alb fündig und entdecken nicht nur Märzenbecher.

Felsformation am Eingang des Brieltales

Nach wenigen hundert Metern werden wir darauf hingewiesen, dass Schneeglöckchen und Märzenbecher geschützt sind, sie stehen sogar auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Auch den seltenen feuerroten Kelchbecherling kann man hier finden, wir haben ihn allerdings nicht entdeckt.

Hier im feuchten Auwald werden wir schließlich fündig.

Im Brieltal ist auch die sagenumwobene Käthere Kuche. Die Höhle war um 1800 herum der Unterschlupf von Katharina Schunter. Ihre Eltern hatten die Schunterhöhle im nahegelegenen Rauhtal zugewiesen bekommen, für die sie unter anderem als Mietzins Wildschweine mit Feuer von den Kartoffeläckern abhalten sollten.

Sobald sie in der Höhle kochte, stiegen durch die Löcher in der Höhlendecke Rauchwolken empor. Bei den Bauern der näheren Umgebung hieß es dann „D’Käther kochet“. Eine Heirat mit dem aus Briel stammenden katholischen Bartholomä und der evangelischen Katharina Schunter wurde vom [katholischen] Pfarrer aus Altsteußlingen nicht genehmigt. Die somit ledig gebliebene Katharina verstarb 1828 im Alter von 44 Jahren. Beerdigt wurde sie in Weilersteußlingen. Verewigt ist Katharina Schunter zum einen im Namen der Höhle „Käthra Kuche“ und zum anderen im Narrenruf „Käthra Kuche“ der Ehinger Narrenzunft Spritzenmuck.

Blick hinauf zur Käthere Kuche

Auf dem Rückweg haben wir dann noch das große Glück zahlreichen Kröten bei der Paarung zuzuschauen. Die Männchen klammern sich dabei unter den Achseln der Weibchen fest, während diese ihre Eier ablegen.

Hoffentlich saufen die beiden nicht ab

Drei sind einer zuviel

Schön war`s: tausende von Märzenbechern, quakende Kröten, Höhlenexpedition und vor allem keine Massen von Touristen.

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3 Gedanken zu “Auf der Suche nach Märzenbechern

  1. Pingback: Märzglöckchen im April | Michael's Beers & Beans

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