Die schönste Hängebrücke hat man nie für sich alleine

Welch Schnapsidee an einem Pfingstmontag auf die Idee zu kommen, zwei äußerst touristische Ziele anzusteuern und zu glauben, man sei der einzige Tourist in der Welt. Wir blenden die Menschenmassen einfach aus und genießen das Besondere, nämlich die angeblich schönste Hängebrücke Deutschlands, die Geierslay in Mörsdorf.

Wo liegt Mörsdorf? Mitten im Hunsrück zwischen Mosel und Rhein. Geierslay ist kein Ort, sondern lediglich der Flurname der Gemarkung auf der sich die Brücke befindet. Ein Felsabhang bekam vermutlich diesen Namen, weil in der Nähe des Felsens zahlreiche Greifvögel leben. Bis vor kurzem war die Brücke sogar noch die längste Hängebrücke Deutschlands, sie wurde aber inzwischen von der Rappbodetalbrücke im Harz abgelöst, die tatsächlich 120 Meter länger ist. Aber die Geierslay ist kostenlos und bietet sicherlich genauso viel Adrenalin.

Wir parken am Besucherzentrum, das ca. 1,2 km von der Brücke entfernt liegt und machen uns mit dem Touristenstrom auf den Marsch zur Brücke. 360 Meter in 100 Metern schwindelnder Höhe liegen nun vor uns.

Es ist recht windig und die Brücke schwingt deutlich mit. Zum Glück ist der Steg mit Holzplanken versehen, so bleibt mir der direkte Blick in die Tiefe erspart.

Ein kurzer Halt in der Mitte der Brücke und wir genießen den herrlichen Panoramablick auf das Mörsdorfer Bachtal und Waldgebiet.

Für den Rückweg nehmen wir einen etwas weiteren Weg durch Wald und Wiesen und ihr könnt es euch schon denken… wir sind fast alleine unterwegs.

Da wir aber nun schon mal in der Ecke sind, wollen wir natürlich noch Burg Eltz besichtigen, eine der bekanntesten Burgen Deutschlands. Sie liegt nur 30 km entfernt in der Eifel… malerisch auf einem 70 Meter hohen Felskopf und wird auf drei Seiten von der Elz umflossen. Diese malerische Lage war wohl auch der Grund weshalb sie bereits den 500-DM-Schein zierte und 1977 auf der 40-Pfennig-Briefmarke zu finden war.

Führungen werden am heutigen Tag im 5-Minuten Takt durchgeführt… wir haben Glück und müssen nur 10 Minuten warten. Leider darf im Inneren der Burg nicht fotografiert werden, denn diese befindet sich noch in Privatbesitz. Als wir nach der Führung wieder in den Burginnenhof kommen, ist die Wartezeit bereits auf 60 Minuten angewachsen. Wir hatten wahrlich Glück…

Auf dem Heimweg suchen wir uns allerdings ein ruhiges Fleckchen zum Abendessen und lassen den Tag in Ruhe ausklingen.

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6 Gedanken zu “Die schönste Hängebrücke hat man nie für sich alleine

  1. ein toller Ausflug wie ich das entnehmen konnte. Ist ja irre wieviele Leute sich auf der Brücke befinden. Bei Reutte in Tirol gibt es auch eine Hängebrücke zu einer Burg. Dies ist aber glaub nicht so lang. Also ich hätte da wahrscheinlich auch ein wenig Probleme rüberzulaufen !
    Auf der Burg Eltz war ich auch vor ein paar Jahren. Leider war die angerüstet wegen Renovierungen und deshalb sind meine Bilder nicht so schön ! Eine Führung haben wir damals auch gemacht. Das kuriose fand ich dass die Burg ja nicht auf einer Erhebung steht sondern zwischen 2 Bergen also in einem Taldurchgang. Habe ich so auch noch nie gesehen. Normaler geht man zu einer Burg hoch und wir mussten runter vom Parkplatz aus. Manni

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    • Bei Reutte befindet sich die highline179, die tatsächlich noch etwas länger ist, nämlich 406 Meter. Auch die haben wir schon „begangen“ und ich fand sie fast etwas spektakulärer, aber vielleicht lag es daran, dass kaum Menschen auf der Brücke waren, es ging ein kräftiger Wind und was für die Psyche eine gewisse Herausforderung ist, sie ist nicht mit Holzplanken versehen, sondern mit Gitterrost. Bei jedem Schritt hat man also einen grandiosen Blick in die Tiefe. Nichts für schwache Nerven.
      Für unseren Fußmarsch lag die Burg allerdings damals oben auf dem Berg, aber da hatten wir wohl unterschiedliche Parkplätze.
      Viele Grüße
      Sabine

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    • Nun ja, ganz so locker bin ich da auch nicht drüber gegangen. Man darf allerdings nicht in der Mitte der Brücke anfangen zu überlegen, was wäre wenn… man muss jegliche Gedanken ausblenden und die Aussicht genießen. Und am anderen Ende ist man stolz auf sich.
      Viele Grüße
      Sabine

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