Verborgene Kammern im Ulmer Münster

Eigentlich hätte der Titel des Beitrages auch „Ulm von oben“ lauten können, passend zu Speyer von oben. Ich steige gerne auf Kirchtürme, Aussichtsplattformen und genieße den Blick von oben und die unendliche Weite. Aber der heutige Blick von oben hat noch viel mehr zu bieten, denn ich habe eine Führung im Ulmer Münster mit dem schönen Titel „Verborgene Kammern im Ulmer Münster“ gemacht.

Den Chorraum nutzen wir nur als Ausgangspunkt unserer Entdeckungsreise. Aus einem der beiden Fenster über den schönen Fresken werden wir schon bald einen Blick werfen. Die Fenster haben den netten Namen Paradiesfenster.

Über enge Wendeltreppen geht es hinauf… wir befinden uns über dem Chorraum und  blicken durch das Paradiesfenster in das Münster. Von hier oben bekommt man noch einmal einen viel besseren Eindruck, wie mächtig der Kirchenraum ist.

Auf dem Dachboden geht es einmal quer zurück Richtung Hauptportal. Hier ist von all dem Prunk nichts mehr zu spüren. Stahlgerüste tragen die Holzbohlen und links und rechts sehen wir die gotischen Spitzbögen von oben.

Wie ein kleines Museum auf dem Dachboden wirkt diese Bauhütte, wo einst Steinmetze und Baumeister die Kirche mit dem höchsten Kirchturm der Welt schufen.

Wir steigen durch eine Dachluke auf das südliche Münsterdach und sind bei diesem Ausblick erst mal sprachlos… man hat ja nicht jeden Tag die Möglichkeit in unmittelbarer Nähe der Wasserspeier auf dem Dach entlang zu wandeln.

Seht ihr den Ulmer Spatz auf dem First?

Der Sage nach sollen die Ulmer beim Bau des Münsters einen besonders großen Balken angekarrt haben. Sie schafften es aber nicht, ihn durch das Stadttor zu bringen. Als sie kurz davor waren, das Tor einzureißen, sahen sie einen Spatzen, der einen Zweig im Schnabel trug, um diesen in sein Nest einzubauen. Und dieser Spatz flog mit dem Zweig längs durch das Tor. Da ging dann wohl auch den Ulmern ein Licht auf, und sie legten den Balken der Länge nach auf ihren Karren und nicht quer, wie bisher.

Nach diesem atemberaubenden Gang über den Dächern von Ulm, gilt es noch ein paar Schatzkammern zu bestaunen: die Christuskammer, die Musterkammer und die Orgelkammer.

Immer wieder geht es ein Stückchen höher hinauf und oft ist es schwer die Orientierung nicht zu verlieren. Dieser Blick aus einer ganz neuen Perspektive in die heiligen Hallen hat mich sehr beeindruckt.

Wir nähern uns unserem Highlight der Tour, die Besteigung des Südturmes bei herrlichem Wetter.

Der Blick auf das Fischerviertel von Ulm, in der Mitte das alte Rathaus, die Stadtbibliothek in Form einer Pyramide und das Hochhaus (links im Bild), das sich bereits in Neu-Ulm/Bayern befindet.

Wir haben wahrlich verborgene Schätze im Münster entdeckt, das Wetter war traumhaft für die Begehung des Südturms… so bleibt ein letzter Blick durch die Glaskugel, um das Münster in Szene zu setzen.

 

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8 Gedanken zu “Verborgene Kammern im Ulmer Münster

    • Nun ja, das ist Ansichtsache… der eine begnügt sich mit tollen Bildern, der andere will die Welt entdecken. Beides hat seine „für und wider“. Ich persönlich liebe es, neue Ecken und Eindrücke zu er“leben“ und sie fest in mir zu verankern. Ulm ist sicher nicht der Nabel der Welt, aber wenn man vor den Toren des höchsten Kirchturms der Welt lebt, sollte man diesem Bau zumindest ein Mal seine Ehre erweisen.
      Aber Hamburg und Umgebung bieten sicher ebenso tolle Erlebnisse an.
      LG Sabine

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